Mit dem E Bike vom Starnberger See über Füssen zum Bodensee, 

den Rhein entlang nach Koblenz,

 der Lahn folgend über Irrwege nach Hann Münden und im Sturm nach Rinteln. Von Rinteln aus, nach einer Unterbrechung, bis an die Nordsee.


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Wir erleben Hitze, Sturm, einsame Stunden, interessante Begegnungen, atemberaubende Natur, Industrie Kultur und lange Stunden auf dem Rad.

Wir starten in Deutschland, radeln durch die Schweiz, Österreich, Frankreich und zurück in Deutschland - bis an die Nordsee.


Zu dem Beginn des Jahres stand fest, wir werden im Sommer eine Konferenz in Feldafing am Starberger See haben.

Da ich gerne eine Radtour im Sommer machen möchte, stand somit der Start-Ort und der Zeitpunkt fest. 

Bereits im März buchte ich daher den ICE mit Fahrradmitnahme. Was gut war, denn für den ICE (Direktverbindung von Hannover nach München) ist nur die Mitnahme von wenigen Fahrrädern erlaubt.


Zur Vorbereitung auf die kommende Radreise durchstöberte ich die Literatur, YouTube und andere Quellen.

Auch mein AMAZON Account wurde arg belastet, mit allen möglichem Zubehör. Am Enden konnte ich nicht die Hälfte mitnehmen, da das Bike sonst völlig überladen gewesen wäre...


 Der Tour- Plan war:

- Starnberger See 

- Füssen

- Bodensee

- Am Rhein entlang, von Stein am Rhein über Basel bis nach Koblenz, immer auf der Deutschen Seite

- der Lahn folgend, bis Marburg

- Quer durch Hessen bis Kassel

- An der Fulda entlang, von Kassel nach Hann Münden

- Der Weser folgen, bis Rinteln. 

In Rinteln sollte die Sommerreise enden.


Im Herbst möchte ich die Reise fortführen,

- Der Weser folgend, bis an die Nordsee, auf der "Linken Weserseite" bis Wilhelmshaven

- Dem Küstenradweg folgend, über Neuharlingersiel bis nach Norden und von dort mit der Bahn zurück.



Abfahrt:

Endlich geht es los! Heute am Sonntag sind die Sachen gepackt. Alle unnötigen Dinge mehrfach ein und ausgepackt und sich dann mangels Platz, nur auf die Sachen welche auch in die Packtaschen hinein passen geeinigt. 


Schnell zum Bahnhof und mit der Bummelbahn (S1) nach Hannover.



Start: (fast) alle Sachen sind untergebracht und es kann losgehen.



Ein Bild vor dem Bückeburger Schloss bzw dem Schloss- Tor. Es geht tatsächlich los!




Warten auf die Bummelbahn , hoffentlich ist Platz genug für mich, denn heute ist Sonntag und schönes Wetter!


Im Hannover Bahnhof erwartete mich eine unangenehme Überraschung, denn die Aufzüge sind "under maintenance". Aber, ein fleißiger Mitarbeiter der DB AG empfang uns Radreisende freundlich und geleitete uns durch die Eingeweide des Bahnhofs zum richtigen Gleis ohne das wir die Räder über die Treppen wuchten mussten.


Ab Hannover ging es im ICE Express im Schneckentempo durch die Bundesrepublik.

Was ich (noch) nicht wusste, im Sommer 2023 fand eine General - Überholung der Strecken zwischen Hannover und München statt.

Daher ging es im Sprinter !!! der Deutschen Bahn, im ICE Express über Nebenstrecken bis nach München. Mit unvorhergesehenen Stopps und der Geschwindigkeit einer S- Bahn - bis nach München.


Es war kuschelig warm, irgendwann hieß es, dass nur in diesem Waggon die Klimaanlage ausgefallen sei.


Aber mein Gepäck und das Fahrrad waren in meinem Blickwinkel und ich hatte einen Fensterplatz, wenn auch Rückwärts. Daher redete ich mir ein: "Du kennst Hitze aus Jordanien, das wirst Du jetzt auch durchhalten."

Stunden später und völlig durchgekocht kam ich irgendwann in München an. Meine mitgenommenen Trinkwasser Vorräte hatten sich inzwischen dramatisch reduziert.


Das Fahrrad, mit dem Gepäck darauf, durch den quirligen Hauptbahnhof geschoben und ja, die S- Bahn nach Starnberg startet unter der Erde. Daher musste ich das schwere E-Bike mit Gepäck auf der Rolltreppe nach unten bringen.

 Ging irgendwie, glücklicherweise haben die Bremsen gehalten. 

Dann ab in die U Bahn und die Zeit abgesessen. 

Bald schon ging die Stecke am See entlang. Merkwürdig ist, besonders wenn man in einem arabischem Land wohnt, dass an manchen Haltestellen Menschen in (knapper) Badebekleidung in der Öffentlichkeit auf den Zug warten!!! 


 




Angekommen am Starnberger See,

Glücklicherweise kannte man mich in der Bildungseinrichtung und im dazugehörigen Hotel und so konnte ich das winzige Zimmer beziehen.


Am nächsten Morgen sortierte ich mein Gepäck und stellte zu meinem Entsetzen fest, dass ich zu wenig Hygienewäsche eingepackt habe.

Echt jetzt ?!    auch nach 3 maligem Suchen wurde es nicht mehr.

Was tun?

Zum Glück hatte ich noch ein wenig Zeit, denn das nächste Treffen fand erst ab Mittag statt. 

So dackelte ich in das nächste Dorf um den Notstand zu beheben. Natürlich hatte kein passendes Geschäft offen oder ich fand keines. Dank Tchibo   konnte ich meine "Packing List" ergänzen. 



Starnberger See


Badestelle am See.

Heute am Montagmorgen ist es noch ruhig.



Rundfahrt um den Starnberger See

Schöne Ein- und Ausblicke auf das Wasser.



23.06.2023 Freitag Nachmittag


Endlich ist die Konferenz zu Ende.

Es wurden viele wichtige Dinge besprochen und ich durfte viel dazulernen. -> Aber jetzt blicke ich vorwärts auf eine Zeit ohne Fragen und Diskussionen.


Die Sachen sind gepackt, ich bin umgezogen und habe ausgecheckt.

In der Papptüte sind noch die letzten Pfandflaschen, welche ich umtauschen möchte.


Ab jetzt bin ich allein unterwegs.

Am Anfang ist das immer ein komisches Gefühl, so ganz auf sich allein gestellt, nur das Fahrrad und ich in einer völlig fremden Gegend.


Ich folge der Kommot App in Richtung Kochel am See.

Immer am Starnberger See entlang bis zum Südufer (Seeshaupt).

Hoch und runter führt mich der Weg, mal an der Straße, mal am See, sehr schön und sehr idyllisch.


Letzter Blick auf den Starnberger See


Der Radweg am See ist toll!

Immer mit Blick auf das Wasser. Er ist leicht zu befahren und auch heute am Freitag nicht zu überlaufen.




Gerade noch rechtzeitig erreiche ich ein Bushäuschen als ein kräftiger Regenschauer durchzieht.

Zeit für ein Schluck Zuckerwasser und einen Müsliriegel.


Bald schon kann ich weiterfahren.

Allerdings bin ich müde durch das ungewohnte hoch und runter und ich lasse mich von der App zu einem Campingplatz an einem See leiten.


Meine Getränke haben sich drastisch reduziert unterwegs.

Zum Glück sehe ich kurz vor dem Verdursten eine liebliche Leuchtreklame. 

Natürlich oben auf dem Berg!

Nach dem Einkauf, jetzt mit genügend Getränken versehen, möchte mich Google denselben Weg zurück schicken.

Doch das ist mir zu doof. Denn dann müsste ich den Berg morgen ja wieder hinauf :-(


Daher habe ich mir einen anderen Campingplatz ausgesucht, welcher mich nicht zwingt zurück zu fahren.


Die erste Nacht im Zelt ist immer ungewohnt.

Daher breche ich recht früh am Morgen auf.

Nachdem ich meine Habseligkeiten zurück in die Taschen gepusselt habe - und das feuchte Zelt mitsamt der Unterlage verstaut hatte, konnte ich endlich aufbrechen.




 Der Radweg führte immer vor den Bergen entlang.

Hier am Froggensee.


Ich folge größtenteils dem Königsee - Bodensee Radweg entlang.


Heute sollte es nach Füssen gehen und irgendwo nach Füssen auf einen Campingplatz.

Was ich bis dahin nicht kannte - wie Kommot navigiert.

Also folge ich frohen Mutes der Computerstimme. 


Begeistert über die Landschaft und wie gut das Fahrrad funktioniert, folge ich brav der App.

Bald darauf sehe ich ein Hinweisschild: 30 km bis Seeshaupt?!

Moment das kenne ich doch?


Ein Blick in die Karte zeigt: es gibt nur ein Seeshaupt und das liegt am Starnberger See !!!

Da hat mich die App doch tatsächlich zurück und im Kreis geführt.


Na toll.


Ich hatte echt gedacht, dass Kommot wie Google funktioniert und sich den aktuellen Gegebenheiten anpasst.

Nee - Kommot doch nicht!

Immerhin ist die Landschaft so beeindruckend schön, dass ich mich nicht mal ärgern kann!


Aber ich folge jetzt erstmal Google bis kurz vor Füssen und damit zurück auf den geplanten Radweg.



Radweg im Voralpenland

Teil des Königsee - Bodensee - Radwegs.


Das ist Bayern - so wie der Niedersachse es sich vorstellt!



Froggensee auf dem Weg nach Füssen


         



Echt hübsch hier.



Unterwegs auf dem Radweg in den Voralpen. 

Immer ein Blick auf die schneebedeckten Berge, ein denkwürdiger Anblick.

Bewölkt und dennoch fast 30°C.

Ich habe das Wetter total unterschätzt, doch dazu später mehr.




Blick auf die Berge kurz vor Füssen.





Die Berge beeindrucken mich, hier kurz vor Füssen, zum Glück muss ich da nicht herauf!

Der erste Blick auf das Märchenschloss!




Ein Blick auf das beliebte Schloss Neuschwanstein. 


Hier verlasse ich den Radweg und gönne mir den Umweg unmittelbar am Schloss entlang.

Allerdings endet mein Ausflug auf dem Parkplatz - vor dem Schloss.

Es ist,  sagen wir so,  ein wenig voll hier.


Mit einem Blick auf das Schloss radele ich weiter.




Neuschwanstein vom Parkplatz aus gesehen.

Von hier aus fahre ich nun direkt in die Stadt Füssen.




Blick auf die schneebedeckten Berge.

Hier kurz hinter Schloss Neuschwanstein, vor Füssen.





Der Radweg führt durch Füssen, wo das Wasser des Lech eine sehr grüne Farbe hat.

Foto von der Brücke aus.


In Füssen hatte ich tatsächlich mal ein Vorstellungsgespräch um die Leitung der Siedlungswasserwirtschaft/ Kläranlage zu übernehmen.

Leider konnten wir uns finanziell so gar nicht einigen. 

Sehr schade, denn hier zu leben ist ein wahrer Luxus (den man sich aber leisten können muss).


Aber immerhin konnte ich den Stadtdirektor mit einer 50 Cent Münze von der Ile of Man beeindrucken. Denn diese hatte er noch nicht.

Good to know: Auch Füssen hat in seinem Stadtwappen das Symsbol mit den drei Beinen.



Blick nach Füssen: von der Brücke aus, auf die Festung in der Innenstadt.



Von hier aus führt mich der Radweg an der Lech entlang. Am Wegesrand sind viele schöne Stellen um Pause zu machen. So finden sich hier einige Sandstrände, kleine Seen und Rastplätze mit Bänken. 

Wirklich nett hier und es lädt zu dem Verweilen ein.


Ich frage Google nach dem nächsten Campingplatz, welcher leider erst in einiger Entfernung auszumachen ist.


Der Weg führt mich, nach dem langen Tag, einen steilen Berg hoch.

Dann erwischt es mich!


Batterie leer.   


Das Bike mit dem Gepäck ist ja nicht gerade ein Leichtgewicht und leider ist die Gang -Wahl mit nur 10 Gängen auch nicht wirklich groß. Das heisst, geradeaus ist das Bike gut zu fahren, aber berghoch ist das Rad nicht ohne den Motor zu bewegen.

Heute ist der zweite Tag auf dem Rad und dieser war sehr lang (130 km).


In der Folge musste ich absteigen und das übergewichtige Rad den Berg hochschieben.


Offenbar waren meine Kommentare nicht sehr freundlich, denn einer der Nachbarn meinte meine Aktion seinerseits bewerten zu müssen: "Naaa,    Akku leer?"

Dieses nahm ich direkt zum Anlass um Ihn in ein Gespräch zu verwickeln. 


Zum Glück bot er mir nach kurzer Zeit an, dass ich mich an sein Stromnetz anschließen durfte.

Bis zum Campingplatz waren es noch immer ca 15km.


Nach einem netten Gespräch und einer kurzen Aufladung des Akkus, machte ich mich dann auf, um die restliche Strecke zu bewältigen.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an den netten Nachbarn, denn ohne die Stromspende wäre ich um einiges später und kaputter am Campingplatz angekommen.


Immerhin hielt die Akkuladung den Berg hoch und bis ca 5 km vor den Rastplatz. Den Rest des Weges durfte ich dann "mit Gegenwind" erleben.



Heute 25.Juni, 2023 80 Km, viele Höhen und zu wenige Abfahrten


Der 2te volle Tag auf der Strecke.

Von dem CP hinter Füssen folge ich mehr oder weniger dem Königsee- Bodensee Radweg.

Es geht viel bergauf und weniger bergab.

Durch einige schöne Dörfer führt mich der Weg. 


Immerhin erreiche ich Österreich und gegen Abend den Bodensee!  


Auf einem Teilstück, welches durch eine kleine Stadt führt - eigentlich eher irrt denn führt - kommt mir ein verzweifeltes Kanadisches Pärchen entgegen. Auf ihren vollgepackten BIO Bikes.

Sie winkt mir zu, dass ich stoppen soll. 


Die Beiden hatten sich total verirrt und waren auf der Suche nach dem offiziellen Radweg.

Da ich ja kurz vor dem Ende des Königssee Radwegs war, nutzte ich die Gelegenheit, die nun für mich nutzlose Papier-Rad-Karte los zu werden.

Kurzerhand schenkte ich die Karte dem Pärchen.


Durch einen dummen Zufall hatte ich diese doppelt! 

Die erste Bestellung des Papier Reiseführers kam nicht an mit der Post? Daher orderte ich bei einem anderem Versand die Karte erneut. Nur um dann festzustellen, dass die erste Karte bereits angekommen war - aber eine andere Postadresse versendet worden war.


Endlich erreichte ich die Abfahrt nach Bregenz am Bodensee.


Die Stadt ist voller Menschen und gut gelauntem Trubel.

Nach der Einsamkeit auf den Radwegen durch die Berge bin ich jenes schon fast nicht mehr gewohnt, so viele Menschen auf einmal zu sehen.


Der Radweg führt von Bregenz weiter, direkt am Bodensee entlang und bald schon wieder aus der Stadt hinaus.

Immer an der Promenade entlang und im schönsten Sonnenschein.


Ich habe es nicht eilig und genieße den Weg sehr.

Mal hier ein Stand, dann dort eine Badestelle, dann an einer anderen Stelle eine Art Preisverleihung vom DRK mit Bürgermeister und Sperrung der Strecke mit Sicherheitscheck?


Allerlei Völkchen treibt sich auf dem Radweg und am Seeufer herum. Ich weiss gar nicht, wo ich zuerst gucken soll. 

Natürlich sind auch hier ein paar Nervensägen mit Ihren Rennrädern unterwegs, die meinen mit hohem Speed durch die Menschenmassen im Slalom fahren zu müssen. Das trägt nicht gerade zur Toleranz bei!


Ich trödele den Weg entlang bis Lindau.

Dort fahre ich natürlich auf die Insel und in den Hafen.

Den Bayrischen Leuchtturm ansehen.



Am Bodensee angekommen

Lindau Bodensee




Lindau am Bodensee



Finanzielle Unterstützung für mich?

Hat mir aber nix abgegeben :-)





Der einzige Leuchtturm in Bayern. Da ist er ja.


Ich mag die Stimmung in Lindau (auf der Insel) sehr. Besonders wenn es Abend wird und die Bustouristen abgeholt worden sind.


In dieser Stimmung lasse ich mich zurück über die Brücke treiben und beschließe, dass es genug ist für heute.

Der nächste CP soll meiner werden.


Morgen kann ich immer noch nach Konstanz übersetzen.

Bald schon führt der Weg aus Lindau heraus, durch ein parkähnliches Waldstück.


Hier ist ein CP versteck, welcher noch ein schattiges Plätzchen für mich hat.




Auf der Suche nach Schatten. Als ich das Zelt aufgebaut hatte - war da noch welcher.

Immerhin kann das Zelt so ausbacken und die Restfeuchte verdampft.


 

Blick vom CP Strand auf das Wasser des Bodensees.


Den restlichen Nachmittag und Abend verbringe ich am Wasser sitzend.

Sehe den Seglern zu, lese ein wenig und vertrödele so die Zeit.

Das Essen in dem Restaurant sieht verlockend aus und ich order mir eine Portion Käsespetzle.





Am nächsten Morgen dann das kurze Stück am Bodensee entlang bis zum Fähranleger in Meersburg.


Natürlich mache ich den Umweg durch Friedrichshafen und bestaune, von außen, das Zeppelin Museum und die Stadt.

Nach einer Pause an der Strandpromenade lasse ich, von der Begeisterung abgelenkt, meinen Fahrrad Helm liegen. 


Ein rüstiger Rentner packt diesen und rennt mir doch tatsächlich hinterher! 

Safety first, also Helm auf. 

Danke nochmal an den netten Herren!


Fähre von Meersburg nach Konstanz


Zum Glück für mich, kann ich direkt auf die Fähre fahren und muss nicht lange warten.

Das üppige Entgelt konnte ich an einem der Kioske entrichten und eine der begehrten Karten für die Fähre erwerben.




Fähre nach Konstanz

Das Fahrrad steht sicher.


Dummerweise habe ich mich (wirklich nur ganz leicht) an einer Holzbank mit dem Schienenbein angestoßen   .

Das hatte zur Folge, dass ich fast sofort eine Hühnerei große Beule am Schienenbein bekam?

Eigentlich hatte es nicht mal (sehr) wehgetan!

Sah halt doof aus!


Folge: der erste Kiosk, welchen ich auf der Konstanzer Seite fand, musste jetzt herhalten. 

Dort kaufte ich mir gekühlte Getränke.

Mit diesen kühlte ich die dumme Beule herunter. Tatsächlich lies die Schwellung ein wenig nach.

Noch ein Wassereis an die Hose geklemmt - über der Beule - dackelte ich vorsichtig weiter.


Konstanz hat jede Menge Fahrradstraßen.

 Das ist zwar toll, aber dementsprechend habe ich nicht wirklich viel von der Stadt gesehen.


Aber Städte sind für schwere Fahrräder auch nicht unbedingt zu empfehlen.

Also suchte ich den Weg hinaus aus der Stadt und fand den Bodensee Rhein Radweg mit der App.


Das folgende Stück habe ich als nicht spannend in der Erinnerung.

Der Radweg folgt einer Bahnlinie, bis er endlich am Rhein ankommt.

Dort allerdings wird der Reisende belohnt.




Übergang Bodensee in den Rhein bei Berlingen.





Letzter Blick auf den See, von nun an folge ich dem Rhein.

Nicht Bodensee, hier heisst er Untersee oder Rheinsee.



Stein am Rhein, nun folge ich dem Rhein hinauf.

Der Rhein hat hier ein tolle grüne Farbe!


Also eigentlich fahre ich ja den Rhein hinab, da mit der Strömung!

Aber ich fahre nach Norden und damit fahre ich in meiner eigenen inneren Vorstellung herauf?!




Stein am Rhein


Ich darf durch die Idylle fahren.

Dieser Teil ist der schönste für mich und wirkt sehr natürlich.

Es ist das reine Vergnügen hier sein zu dürfen.

Der Rhein hat eine Klarheit und eine unbeschreiblich schöne grüne Farbe.

Sehr zu empfehlen.




Badeanstalt direkt im Rhein. Damit die Kinderchen nicht abdriften, ist ein Teil mit einem Zaun abgesperrt.

Ich wollte keine Foto Aufnahme aus der Nähe machen, da dort Badegäste verweilten.


Leider führt der Radweg an den meisten Städten vorbei. Um diese zu besichtigen muss man den Weg verlassen und diese gezielt aufsuchen. Meist lohnt es sich sehr, auch wenn dies oft mit "Kletterei" bergauf und bergab verbunden ist.






Eine der stimmungsvollen Holzbrücken über den Rhein.



Achtet auf die tolle Farbe des Wassers. Ist in "Echt" noch besser.



Blick von der anderen Seite auf die Holzbrücke.

Diese Brücken laden mit Ihrem Holz -Oberbau zu dem Verweilen ein.



Das Rad läuft und ich möchte mich noch bis zum Rheinfall durchkämpfen.

Ich folge immer dem Weg am Rhein entlang.


Der Weg ist nicht immer für Reiseräder geeignet, doch das ignoriere ich jetzt mal.

Besonders am Rheinfall angelangt, muss ich den steilen Weg hochschieben.



Der Rheinfall von oben.

Die Mühe, das Rad den steilen Weg herauf zu schieben, hat sich gelohnt. Der Anblick des rauschenden Wassers ist hypnotisch.






Rheinfall von unten.

Leider konnte ich keinen Platz in einem Café - mit Blick auf das Wasser und das Rad, finden. 


Es wimmelt von Touristen aus aller Welt.

Ein Schluck aus der mittlerweile warmen Wasserflasche, zur Feier des Augenblicks, musste nun erst mal reichen, da ich nicht Unsummen für einen Kaffee ausgeben wollte.


Mit dem Rheinfall verbinden mich viele schöne Erinnerungen. So waren wir schon mit dem Camper hier- als die Kinder noch klein waren.

Damals sind wir mit einem der Boote bis kurz vor den Felsen gefahren und haben gegen die Strömung "gekämpft".


Nach dem schönen Erlebnis suchte ich mir einen CP am Wasser aus, noch in der Schweiz.


Bald schon werde ich fündig, dazu benutze ich mal wieder Google Maps.

Der CP liegt direkt am Wasser und ich baue mir das Zelt etwas abseits, ohne direkte Nachbarn, am Wasser auf.


Der schöne Campingplatz hat die Besonderheit eines direkten Wasserzugangs.

Man kann hier in die klaren Fluten des Rheins einsteigen und sich heruntertreiben lassen.

An einer Treppe stromabwärts klettert man wieder heraus.

Das ganze wird von den jugendlichen Badegästen oft wiederholt, indem diese am Ufer den Rhein stromaufwärts zurück laufen. 

Was allerdings passiert, sollte man die untere Treppe verpassen?


Ein dummes Kind rennt so unachtsam direkt an meinem Zelt vorbei, dass es auf einen der Heringe tritt!

Wenn der Bengel nicht so ungeschickt an meinem Zelt vorbeigerannt wäre, so dass er den Stoff berührt hat, täte es mir bestimmt mehr leid.

Aber so stülpe ich jetzt immer eine leere Dose auf die Heringe und es wiederholt sich nicht.


Bald schon verbringe ich, begleitet von den glucksenden Geräuschen des verbeiströmenden Rheins, eine geruhsame Nacht. 



27.06.2023 Durch die Schweiz über Basel bis nach Deutschland 130 km


Am nächsten Morgen wache ich gut erholt auf und starte froh in den neuen Tag.



In Laufenburg angekommen





Laufenburg am Rhein. Sehr hübsch hier.



Hier in Laufenburg holte ich meinen Kaffee nach. 

Mit Blick auf das Wasser - jenes hat was. 

Auch wenn das Café sich als, naja sagen wir wohlwollend: "Pommesbude" herausstellte.




Laufenburg am Rhein


Die Farbe des Wassers ist grün-grau und verlockt zu dem Baden.





Ein letzter Blick auf Laufenburg. 






Nun wird aus dem Rhein Radweg ein Schotterweg, welcher am Fluss entlang führt.

Oder Gravel Track - wie die Kommot App es nennt!




Viele schöne Ausblicke laden zu einer Pause ein.





Die Holzbrücken über den Rhein üben eine spezielle Faszination auf den Reisenden aus.

Man kann sich gar nicht "sattsehen".





Es macht viel Spaß mit dem Rad über die Bretter zu fahren und dem Geklapper zu lauschen.

Hier in Bad Säckingen.




Eine der Fischerhütten in Basel.



Basel gefällt mit ausgesprochen gut.

Auch wenn ich Basel nur von dem Radweg aus gesehen habe.

Das Wasser ist noch immer von dieser grünen Farbe, auch wenn die Intensität schon etwas nachgelassen hat






Der Weg führt in eine Sackgasse unter der Brücke.


Zu Fuß könnte man dem Weg links im Bild folgen, immer knapp über der Wasserkante.

So aber mache ich nur ein Foto und fahre den Weg zurück bis zum offiziellen Radweg.






Eine Brücke aus Stein, führt über den Rhein   





Kurz nach Basel befindet sich diese Furt.





Es scheint eine tolle Badestelle zu sein, welche auch offensichtlich gerne genutzt wird.




Eine tolle Stelle um Pause zu machen.




Furt durch den Rhein.

Auch wenn die Verlockung groß ist, ich bleibe auf meiner Seite und versuche nicht mit dem Rad durch das Wasser zu fahren.



Von hier aus führt der Radweg über endlos scheinende Gravel Tracks.

Oft auf den Deichen, mit direktem Blick auf das Wasser.

Ich bin hier (gefühlt) allein unterwegs und sehe manchmal für lange Zeit keine anderen Personen.





Im Breisgau angekommen.





Es ist Zeit für eine Pause.

Hier ein Kaffee bei einer Bäckerei im Breisgau.


Es gesellt sich eine Gruppe Rennradfahrer an den Nebentisch.

Dort wird sich über mein Fahrrad mit E Motor geäußert.

Als ich dazu bemerke: "Wenn Sie denn erst in meinem Alter wären, würden Sie den Motor zu schätzen wissen"!

Entrüstet wurde mir geantwortet, dass der Herr bereits die 80zig überschritten hätte!


Ich glaube, ich muss an meinem Humor arbeiten?!





Der Gravel Track begleiten mich für die nächsten Stunden und Tage.

Das ist einerseits ein tolles fahren, Natur und so, andererseits jetzt nicht sooo abwechslungsreich.


Und es ist erstaunlich anstrengend auf dem Schotter zu fahren?

Jetzt heisst es durchhalten und nicht aufzugeben.






Das Fahrrad verwandelt sich so langsam in ein Dirt Bike.

Durch das Befahren der Gravel wird permanent Staub aufgewirbelt, welcher sich überall absetzt.

Gut, das Fahrrad sieht jetzt so richtig nach Langzeit- Radler- Abenteuer aus, aber eigentlich mag ich es sauber lieber!


Beachtet den Orangen Saft, diesen bekommt man jetzt als "frischen O-Saft" beim freundlichen Discounter.

Ich bilde mir ein, das dieser Vitamine enthält :-)


Es ist erstaunlich, das der Saft auch nach Stunden in der prallen Sonne noch gut ist.





Hier ein Nebenarm des Rheins.


Eigentlich bin ich müde und auf der Suche nach einem CP, als ich diesen Nebenarm entdecke.

Das ist ein so schöner Anblick, dass ich wortwörtlich vom Fahrrad falle und eine Pause einlege.

Zur Erinnerung, absteigen mache ich dann doch lieber wieder an einem großem Stein oder einer Bank!




Und weiter geht es, die endlosen Schotterwege entlang.


Jetzt ist durchhalten angesagt.

Es macht wirklich Spaß, den gut angelegten Wegen durch die "Natur" zu folgen - aber auf die Dauer merkt man, dass das Rad nicht so leicht rollt wie über Asphalt.


Immerhin, nach dem Start mit Regen vor 4 Tagen, herrschen nun hochsommerliche Temperaturen.


Da hat wohl jemand den Sonnenschein unterschätzt?

Da es eher bewölkt und regnerisch war, habe ich keine Sonnencreme aufgetragen.

Das war dann wohl nicht sooo geschickt, denn ich habe mir einen leichten Sonnenbrand zugezogen.

Ab jetzt immer schön eincremen, auch wenn die Sonne sich hinter den Wolken versteckt.



Google geleitet mich zu einem ausgewiesenem CP.

Ich fahre mehrfach an dem Platz vorbei, bis ich nachfrage.

Tatsächlich befindet sich der Platz innerhalb eines Schwimmbads am See.

Außer ein paar Dauercampern bin ich hier völlig allein.


Zeltwiese.

Das Rad muss als Wäscheständer herhalten. Mit einem Gummi spanne ich die "Leine" zwischen dem Rad und einem Zaun auf.


Man sieht auf dem Bild gut, dass ich immer eine stabile Folie unter das Zelt lege.

Das hat viele Vorteile.

So bleibt das Zelt sauber und trocken von unten. 

UND ich kann mich auf die Folie neben das Zelt legen (Insektenfrei). 


Aber nicht immer, denn: Ich merke nach kurzer Zeit, dass ich mein Zelt wohl auf einem Ameisenhaufen aufgebaut habe? Daher schnell alle Heringe gelöst und 10 m weiter neu aufgebaut. Hier ist Ruhe vor den niedlichen Insekten.







Da ich allein auf der Zeltwiese bin, habe ich einen schönen Blick auf das Wasser.


Am Abend habe ich noch einen kurzen Spaziergang um den See herum gemacht.

Allerdings hatte ich schon genug Bewegung heute! Daher viel der Gang nicht so lang aus.



Von Speyer bis nach Mainz,  130 km,  Durch Mannheim und Friedrichshafen 30.Juni 2023, Total 950 Km


Am Morgen kann ich den Platz verlassen, dazu musste ich allerdings warten bis die Betreiber den Durchgang öffnen. Sonst steht nur ein Drehkreuz zur Verfügung.


Ich folge weiterhin dem Rheinradweg stromabwärts.


Mein Plan war Speyer und den Dom zu besuchen. 

Immer am Rhein entlang trödelte ich vor mich hin.

Ab und zu musste ich auf dem "Radweg" am Deich zurückfahren, da es eine eingezeichnete Fähre nicht mehr gab (?) oder ein Weg sich als Sackgasse herausstellte. Was immer für lustig gemeinte Bemerkungen der Angler sorgte-  wenn ich des öfteren an demselben Angler vorbeifahre.


Irgendwann bemerkte ich, dass die Brücke nach Speyer nicht für Radfahrer zugelassen war.

An den Hinweisen auf einen anderen Radweg zuvor bin ich vorbeigeradelt - da ja laut Karte - noch eine Brücke kommen sollte.


Also Speyer gestrichen.


Der Rhein macht einen Bogen und die App leitet mich über einen sogenannten Fernradweg, immer an einer Strasse entlang.

Am Anfang war das ja noch lustig,  da ich gut vorankomme. Aber bald schon nervt der Verkehr und ich wollte zurück am Fluss fahren und nicht an den Fernstrassen.


Irgendwann bermerkte ich, dass meine Tasche am Lenkrad offenstand.

OH MEIN GOTT --- die Brieftasche ist WEG!


Alles Geld, alle Kreditkarten, ja sogar die Bahnkarte und der Jugenherbergsausweis.

Was mache ich denn jetzt???

Ich komme ja nicht mal auf einen Campingplatz ohne Ausweis.

Am Besten ich rufe direkt zuhause an --- ob die mich abholen können.


Da sehe ich, dass meine Brieftasche offen auf der vorderen Satteltasche (die am Vorderrad) liegt.

Es ist alles da, nichts fehlt oder ist herausgefallen.


Aber der Schreck sitzt tief. 


Ab jetzt kontrolliere ich immer dreimal ob alle Reißverschlüsse zu sind und zwischendurch gleich noch ein paar Mal.

(nach Rechtschreibhilfe wird ein paarmal klein geschrieben aber ein paar Mal groß? wusste ich auch nicht!).


Ich hatte eine Text- Nachricht eines Bekannten erhalten, um uns auf einen Kaffee in Mannheim zu treffen. Eigentlich hatte ich mich sehr darauf gefreut, da ich Ihn seit Jahren nicht gesehen hatte. 

Grüße von hier, dass nächste Mal klappt es bestimmt.


ABER in Mannheim habe ich mich - trotz Google  - mehrfach verfahren und dieses ständige Bürgersteige hoch und runter auf dem sogenannten Fahrradweg ist nicht so lustig mt einem vollgepacktem Bike. Nachdem mir mehrfach "Leute" vor das Rad gesprungen waren, reichte es mir - nur noch weg hier.


Als daher die Brücke nach Ludwigshaven auftauchte, schnell weg!


Was ich nicht wusste, war, dass Ludwigshaven keine Stadt ist, sondern ein Industriegebiet.

Der Radweg führt wortwörtlich auf einem Damm, zwischen den Zäunen eines großen Chemiekonzernes entlang. 

Gefühlt mehrere Kilometer. 


Endlich zurück auf der Strasse hatte ich einen meiner gefährlichsten Augenblicke auf der Reise.


Ich dödelte auf dem Radweg, dieser hätte eigentlich links abgehen sollen (?) aber die Abfahrt habe ich nicht gesehen. 

Daher radelte ich auf dem Weg - neben der Hautptstrasse. 


Dann Reifen quitschen und die Vollbremsung eines Autos!


Was ist geschehen? Ich bin doch auf dem Radweg?


Dann habe ich es gesehen! Es war eine Ampel für Radfahrer, welche auf ROT   stand und den Verkehr für das Auto freigegeben hat.

Die habe ich doch glatt übersehen!

Also nochmal: "tschuldigung war keine Absicht".  


Ich habe nicht damit gerechnet, dass hier ein Ampel stehen könnte, auf einem Radweg, mit baulicher Abtrennung von der Fahrbahn und mit nur einer Fahrtrichtung.


Zum Glück konnte ich bald darauf zurück an den Rhein.




Worms  Die Brücke über den Rhein.


Endlich in Worms angekommen.

Schnell einen Blick auf den berühmten Dom.


Aber eigentlich hatte ich genügend Stadt für heute.

Jetzt nur noch einen Camping Platz finden, mir reicht es für heute.


Brücke über den Rhein


  "Lass den Tag enden, ohne Unfall, bitte".




Radfahr Idylle. Das muss ich jetzt schön finden, denn mir bleibt ja nix anderes übrig, oder?

Ich nutze fast jede Bank um den 6 zu entlasten.  






Endlich Asphalt, der Weg ist super, nur kann ich das leider gerade nicht so geniessen. 6 hurts!

Schnell gucken,  ja Reißverschluss ist zu , Portemonnaie ist noch da. Kann weiter gehen.






Camping am Rhein, nahe Rüdesheim


Auf einem Campingplatz, direkt am Rhein gelegen, finde ich ein Plätzchen.

Hier ist es recht eng auf der Zeltwiese, aber was solls.


Ausser mir befindet sich noch ein Radreisender als Langstreckenfahrer mit minimal Gepäck (kann man machen ...), 

2 junge Damen, welche den Rhein erwandern und sich ein mini Zelt teilen (kann mann machen...), 

eine Familie als Radreisende, welche mit ihren Erziehungsversuchen den Platz beschallen,

mehrere Reisegruppen,

usw....



Schnell noch ein paar Fotos und dann reicht es mir. Die Mücken tun ein übriges.


Im Restaurant des CP konnte ich einen Tisch reservieren, wo ein Käsespetzle auf mich wartet.


Freue mich auf die Etappe Morgen.






Das UFO ist hier am Rhein gelandet.


 



Sonnenuntergang nach einem langem Tag.





Drosselgasse am Morgen, es sind noch wenige Touristen unterwegs.


Von hier nehme ich die Fähre auf die andere Rheinseite.

Natürlich nicht, ohne mich 3 x an der doofen Schranke zu verfahren.


Bis ich endlich die Schilder ignoriere und auf der Strasse zur Fähre fahre.






Fähre von Rüdesheim nach Bingen.








Diese Jahr hat der Rhein einen historischen Tiefstand.




Tata, die 1000 km sind geschafft !


Die Solarplatte hatte Ihre Erwartungen leider nicht erfüllt. Laut Werbeversprechen sollte die Handylaufzeit zumindest unterstützt werden. Tatsächlich hat die Solarplatte aber nur als Regenschutz getaugt. 






Lieblingsort Burg Pfalzgrafenstein

https://www.google.com/maps/place/Burg+Pfalzgrafenstein/@50.0792657,7.7352954,7827m/data=!3m1!1e3!4m15!1m8!3m7!1s0x47bdefacf3e6e303:0x422d4d510db4180!2s55411+Bingen+am+Rhein,+Deutschland!3b1!8m2!3d49.9667396!4d7.904596!16zL20vMDQ0czJu!3m5!1s0x47bde07de3586029:0x947c9e3d41ad5db4!8m2!3d50.0831239!4d7.7655246!16zL20vMGNzdG43?entry=ttu&g_ep=EgoyMDI1MDExMC4wIKXMDSoASAFQAw%3D%3D







Loreley- Felsen am Rhein.


Hier hatte ich eine tolle Unterhaltung mit einem Over-Länder Pärchen aus England. 

Dieses war mit einem hochgeländetauglichem LKW unterwegs.

Wir tauschten noch schnell ein paar Reise Tipps und dann ging es weiter.





Loreley Felsen mit Schiff




Regen Pause

Das Fahrrad steht, rechts im Bild, unter dem Dach.


Es war den ganzen Tag über schon bewölkt. Zum Glück konnte ich rechtzeitig einen trockenen Platz finden, in dem Cafe unter einem Sonnenschirm. 

Mit dem Google Regenradar konnte ich auf die Minute genau messen, wann der Regen aufhört!


Aber ich suchte (in der App) schon mal ein Hotel für die Nacht.

Da es wieder angefangen hat zu Regnen, wird es Zeit für ein Hotel!




Hier durfte ich den Regen absitzen. 

Immerhin konnte ich einen leckeren Kaffee trinken - in der Regen Pause.

Mit Blick auf die schönen Fachwerkhäuser war es eine nette, wenn auch etwas frische Pause.




Mal wieder im Regen, Deutsches Eck, Koblenz.

Das obligatorische Foto. 


Bis hier bin ich dem Rhein vom Bodensee aus gefolgt (knapp über 1000 km)

Ab hier werde ich der Lahn - bis nach Marburg folgen.





Ziel erreicht: Deutsches Eck, Koblenz.


Bodensee  

Rhein  

Noch vor mir:

Lahn Tal Radweg

Quer durch Hessen zur Fulda

Fulda bis Kassel

Weser bis Rinteln.




Die Lahnmündung 

Eher unspektakulär mündet die Lahn in den Rhein.

Für mich der Beginn des Lahntal Radweges.


Näher komme ich nicht an die Mündung heran, denn heute ist ein Techno Festival am Rheinufer.

Es macht Spaß die verkleideten Leute zu beobachten. Trotz des kühlen Wetters sind einige recht luftig bekleidet?


Für die Lahn habe ich 2 Tage eingeplant, mit einer Übernachtung.




Bad Ems


Kaum bin ich auf dem wirklich stimmungsvollem Lahn-Tal-Radweg unterwegs, erwischt mich ein Regenschauer.

Erst ärgere ich mich, bis ich beschließe meine Idee umzusetzen und mir das nächst beste Hotel zu buchen.


Es ist einer der schönsten Abschnitte des Radweges und ich möchte mich nicht ärgern und so mir selbst diesen Teil der Reise verderben.

Also, wie gesagt buche ich das Schlosshotel  in Bad Ems.


Ausgerechnet jetzt fliegt die Kette ab!


So bin ich sonnenverbrannt, regennass, verschwitzt und jetzt auch noch mit öligen Händen. 

Ich habe ein wenig Bammel, dass mich der Hotel- Direktor direkt zurück schickt.


Aber der nette Vietnamese zeigt mit kurz darauf das Zimmer und ich darf das Rad in einer Garage für die Nacht parken.





Bad Ems an der Lahn.


Nach einer Dusche und nachdem ich einige Wäsche gewaschen habe, "Rei in der Tube" macht es möglich,

besuche ich den Ort.


Auf Google finde ich ein Restaurant - welches geöffnet hat. 

Endlich ein Grieche! Mein ersehntes Gyros erwartet mich!

 

Nach dem leckerem Essen wandere ich noch durch die kleine Stadt.





Schnell noch ein Foto von der Russischen Kirche.


Noch ein Blick in den berühmten Plattenladen, dann zurück in das Hotel.

Warum für ein Zimmer bezahlen und es dann nicht nutzen?


Ich kaufe unterwegs noch schnell eine Wurst mit Pommes, einfach nur weil es geht!


Im Hotel:

Das Deutsche Fernsehen enttäuscht, daher ist recht bald Ruhe eingekehrt.

Bis Morgen!






Bad Ems in der Abendstimmung.




Von Bad Ems nach Wetzlar 110 km , 2 Juni 2023 

Runkel, Balduinstein, Limburg, Weilburg bis Wetzlar





Heute geht es durch das schöne Lahntal.


Ich fahre auf der rechten Lahnseite der App folgend.

Es geht es steil bergauf und ich denke mir nichts böses dabei.

Erst als der Weg zum Pfad wird und ich immer noch hoch und runter fahren muss, schwant mir böses.


Eigentlich wollte ich den Weg genießen, an der Lahn entlang aber das hier hat eher etwas mit Mountainbiken zu tun.


Zur Erinnerung: mit dem Reiserad kommt man ohne Batterie keinen Berg herauf!

Die Folge war, dass bereits nach den ersten 1,5 h 50% der Batterie flöten waren.


Also, so schnell als Möglich auf die andere Lahn- Seite und dem Flussweg folgen - nicht dem Waldweg!


 



So sollte der Lahn-Tal- Radweg aussehen und nicht durch die Berge führen!


Leider beschert mir mein Magen heute spannende Augenblicke und häufige Pausen.

Das kann aber auf gar keinen Fall mit dem gestrigen Gyrosin der Verbindung stehen (muss die Wurst gewesen sein), oder am Wetter gelegen haben!




Limburg mit dem Dom


Limburg ist immer einen Besuch wert.

Aber nicht für mich heute. 


Daher mache ich nur kurze Pausen am Radweg, mit Blick auf den Dom.

Aber an Limburg werde ich mich immer gern erinnern. 

Hier haben wir als Kinder eine Ruderwanderfahrt beendet.

1987





Runkel, einer meiner Lieblingsorte an der Lahn.

Es ist eine tolle Stimmung hier in Runkel mit der alten Steinbrücke, der Lahn und der Ruine.


Hier hatte ich eigentlich geplant die Nacht auf dem CP unterhalb der Burgruine zu verbringen. Leider hat mir der Regen gestern einen Strich durch diese Rechnung gemacht.

Aber so kann ich heute den Anblick mit Burg und Lahn umso mehr genießen.


Natürlich verfahre ich mich ordentlich auf dem Weg nach Runkel.

Ich vertraue den Schildern, auf welchen der Lahn Tal Radweg sehr gut ausgeschildert ist.

Doch wehe dem, nach einer gewissen Zeit merke ich, dass die Ausschilderung sich irgendwie geändert hat. 

Plötzlich fehlt das Lahn Tal Radweg Symbol, welches den Lahn Radweg auszeichnet. 


MIST, schon wieder verfahren.

Google gibt Auskunft.

Also zurück, hilft nix, über den Berg ist es weiter - als das Stück zurück zu fahren, um wieder auf den auf den eigentlichen Radweg zu gelangen. Aber vorher nur noch kurz den Reisverschluß prüfen...


Im Sommer ist der CP in Runkel, direkt an der Lahn gelegen, ein beliebter Zwischenstopp bei den Bootsreisenden.


Später:

In Weilburg angkommen bietet sich mir ein interessantes Bild vor dem Tunneleingang.

Hier führt Deutschlands ältester Bootstunnel die Lahn durch den Berg. 

Der Tunnel endet direkt in einer Schleusentreppe.






Weilburg und der Schiffsttunnel.




Paddler von oben

Diese warten auf das Öffnen der Schleuse in Weilburg.

Der Schulausflug bietet ein tolles Wimmelbild.




Weilburg gönne ich nur einen kurzen Besuch.

Hier durfte ich ja letztes Jahr Pause machen.


Von Weilburg nach Wetzlar ist es nur eine kurze Etappe (auf dem Rad).

Im Boot ist es eine Tagesetappe.


Ein wenig wehmütig werde ich immer an der Lahn.

Viele schöne Erinnerungen verbinden mich mit Paddel- und Rudertouren auf diesem Gewässer.

Leider war die letzte Tour mit dem Ruderverein Hof im Jahr 1998 !


Als Jugentliche und junge Erwachsenen machten wir hier auch schon Touren auf der Lahn. 

Damals wurde der massenhafte Bootstourismus auf der Lahn, mit den heute zahlreichen Bootverleihern, gerade erst entwickelt.


Wetzlar


In Wetzlar suche ich mir einen CP (auf der App) aus.

Schnell werde ich zu dem Bootshaus der Ruderer geleitet.

Warum nicht?

Dort werde ich super freundlich empfangen, wirklich nett!

Ich darf mich hinter dem Haus breit machen und habe sogar ein Waschbecken und Strom hinter dem Haus.


Es ist zwar noch relativ früh aber das macht mir nix.

Am Kiosk konnte ich noch eine Bratwurst und eine Flasche Apfelwein erwerben.

Mit diesem Proviant versehen, setzte ich mich auf den Steg an die Lahn.


Eine große Gruppe Paddler hatte heute wohl ihren Tour Abschluss. 

Mit Grill und reichlich Bier.  

Das war insofern unfair da die viel zu viel Grillsachen übrig hatten. Kurz hatte ich überlegt, mich einfach dazu zu setzten aber ich bin ja so schüchtern   

Irgendwann wurden die vom Bus abgeholt und es kehrte Ruhe ein.





Später am Abend genoss ich die Ruhe mit Buch und dem restlichen Apfelwein im Zelt.

Leider klingt die Idee mit dem Apfelwein romantischer als es war. Ziemlich bitter das Zeug...


Das Zelt bietet erstaunlich viel komfort. Selbst die eher kleine ISO Matte reicht völlig aus. Dadurch, dass ich eine relativ große Plane unter das Zelt lege, bleibt dieses sauber. Auch wenn das Regenwasser sich bei unglücklicher Geländeneigung unter dem Zelt sammelt und nicht abfliessen kann.


Bislang hat das Zelt aber dichtgehalten !!! - Von unten und OBEN!




Wetzlar am frühen Morgen.


Es ist perfektes Wetter zum Radfahren. Daher halte ich mich auch nicht allzulange in Wetzlar auf. 

Schnell noch ein paar Fotos.

Gerne würde ich LEICA besuchen aber es ist noch zu früh dazu.

Daher verschiebe ich den Besuch auf einen späteren Zeitpunkt.



Wetzlar hinter dem Rathaus






Immer noch in Wetzlar.

Es ist gar nicht so einfach, aus dem Gewirr der Gassen und aus Wetzlar herauszufinden.

Bedingt durch die frühe Uhrzeit ist es aber kein Problem und so gucke ich mir die Innenstadt gerne an.



Die schönen Häuser in der Verbindung mit den alten Brücken und schmalen Gassen sind wirklich besuchenswert.

Gerne komme ich wieder, um hier mehr Zeit zu verbringen.


Unterwegs am Lahn- Tal- Radweg.


Heute steht die gefürchtete Etappe durch den Wald an.

Mit dem Motor und aufgeladener Batterie ist es kein Problem.

Hoffe ich zumindest ...


Ich beende den Lahn Radweg bei Marburg und folge dem Navi quer durch Hessen in Richtung Kassel.


Pause unterwegs.

Irgendwo in Hessen.


Echt nett hier.




Irgendwo unterwegs.

Wenn jetzt das NAVI ausgeht - dann bin ich verloren.


Hessen ist ja bekanntermaßen recht hügelig!

Der Weg quer durch Hessen ist demnach von viel Auf- und Abfahrten geprägt. 

Gut, dass ich meine Batterie habe. Aber das ständige Bergauffahren verringert meine Reichweite stark. 

Die Abfahrten kann ich auch nicht so richtig geniessen, denn meine Bremse am Vorderrad ist nicht kräftig genug, um mich spontan zum Halten zu bringen.


Ich beschliesse daher, dass ich:

A) dringend eine Ersatzbatterie benötige, und

B) die Vorderradbremse gegen eine größere austausche.


Ansonsten ist Hessen toll.

Ich muss mir des öftern bewusst machen, was für ein Luxus es ist, hier und heute mit dem Rad fahren zu dürfen. 

Die Landschaft, welche ich sonst nur aus dem Auto kenne, erfahren zu dürfen.


Man muss sich dies aktiv bewusst machen, um nicht von der Plakerei des ständigen hoch und runters in eine negative Stimmung zu geraten.


Aus heutiger Sicht - war es eine der schönsten Etappen - daher: Danke Hessen!


Die Nacht verbringe ich auf einem Campingplatz, welcher an ein Schwimmbad angrenzt.

Super Platz, netter Service.

Gerne wieder.


Es ist oft toll, auf den kleinen Plätzen, welche unterwegs zu finden sind. 

Hier ist die Betreuung familiär und man kommt schnell in den Kontakt mit anderen Reisenden.

Gut, meist gibt es kein kulinarisches Angebot, aber ich habe (fast) immer genug zum Essen dabei.

Nur mit den kühlen Getränken könnte es regelmässig knapp werden.


Die CP an den spektakulären touristischen High Lights sind öfter mal "voll".






Endlich an der Fulda angekommen.

Jetzt entspannt bis nach Kassel.


Der Fuldaradweg, auf dem Abschnitt Kassel bis Hann.Münden, begeistert mich jedes Mal.

Meist führt der Weg direkt am Wasser entlang und ist hervorragend zu befahren.


Nur die Spaziergänger tun mir leid. Ständig werden diese von den Radfahrern zur Seite gebeten.

Nicht immer hören diese meine Klingel, so dass ich des öfteren stark abbremsen muss!



Durch Kassel hindurch folge ich dem Radweg.

Schnell ist die Stadt durchquert.

Ich nehme mir keine Zeit Kassel zu besichtigen, sondern folge stumpf den Schildern.


Die Fahrt an der Fulda entlang (durch Kassel) führt an Schwimmbädern, Sportvereinen und Ruderclubs vorbei.

Das lässt viele Erinnerungen aufleben. 

Spontan fühle ich mich sehr wohl hier in Kassel, obwohl der Weg sehr voll ist und die Strecke bis Hann Münden noch lang.




Das MUST HAVE Foto am Weserstein.


Auch mit der Weser, unserem Hausfluß, sind viel schöne Erinnerungen verbunden. 

Als Schüler durfte ich so manche Wanderfahrt im Ruderboot erleben. 


Traditionell macht die RRS an Pfingsten die Fahrt von Kassel bis Minden. 

Übernachtet wird in Bootshäusern auf Luftmatratzen.

Gegeseen wird aus der Dose - auf dem Campingkocher angebrannt.


Ab Hann. Münden hier führt mich der Radweg immer an der Weser entlang.


Damals hatte ich schon den Plan, die Weser bis zur Mündung in die Nordsee zu fahren aber noch keine Gewissheit ob das wirklich klappt.


Zur Erinnerung: ich bin zum Zeitpunkt der Radreise als giz Experte in Jordanien eingesetzt. Und daher ist die Aufenthaltszeit in Deutschland immer sehr knapp bemessen.






Der Weserstein. 

Beliebtes Fotomotiv und für mich der Beginn des Weserradweges.

Aus Werra und Fulda enstpringt die Weser.

Wie dem Text zu entnehmem ist, ist die Weser der längste Fluss, welcher in Deutschland entspringt und mündet.




Blick auf die Weser von Hann Münden aus.


Ich korrigiere diesen Text gerade, während ich als giz Experte in Kigali Rwanda sitze.

Bei dem Anblick der Weser auf diesem Foto packt mich das Heimweh.


Auch wenn mein Job hier in Afrika sinnstiftend ist und wir als GIZ tatsächlich etwas bewirken können, der Luxus in Deutschland leben zu dürfen wird von vielen unterschätzt.



Das Besondere der Oberweser - Sie ist nicht durch Staustufen geregelt.

Das erste Wehr, mit Staustufe, ist in Hameln.

Was die Befahrung der Weser mit Booten besonders reizvoll macht.

Dazu kommt, das es kaum Berufsschifffahrt gibt und eine ordentliche Strömung vorherrscht.

Lediglich an den Wochenenden gehen die privaten Motorbootfahrer ihrem Hobby nach.




Der Radeg führt in weiten Teilen direkt an der Weser entlang.

Wenig bis kein Autoverkehr machen das Reisen mit dem Rad sicher.






Holzminden.

Hinter (durch) dieser Konstruktion versteckt sich ein Sole Luft Kurort.

Salzhaltiges Wasser läuft duch die Zweige und verdunstet dort. Für Allergiker eine Wohltat.

Tief einatmen und weiter.



Auf dem Weg nach Holzminden erlebte ich eine sehr gefährliche Situation.

Der Radweg endet an einer Baustelle.

Eine Baustellenampel regelt den Verkehr, braf warte ich in der Reihe und fahre bei "Grün" in der Schlange der anderen Fahrzeuge mit.


Auf der linken Seite ist der Gehweg fast fertiggestellt und ich dachte so bei mir, dass dann die Autos ja schon mal vorbeikönnten, wenn ich auf den Gehweg ausweiche.


Also fahre ich die nächste Auffahrt hinauf, soweit der Plan!

Womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass die Fahrbahn abgefräßt ist und damit die Auffahrt gefühlt 30 cm hoch.


Folgerichtig kam ich die Auffahrt kaum hinauf.

Der Reifen quetschte ordentlich an der scharfen Kante und ich verlor mehr oder weniger das Gleichgewicht!


In der Folge musste ich mit dem schwer beladenem Bike die Bordsteinkante wieder runter krachen.


Nur, dass die Auffahrt mittlerweile "zuende" war und ich mich nun auf dem Gehweg UND dem Bordstein befand.

Nochmal 20 cm mehr Abstand zum "alten" Strassenbelag.


Schlingernd krachte ich vom Gehweg zurück auf die Strasse.


Zum Glück bin ich (diesmal) nicht umgefallen. 

Ich bin mir nicht sicher ob die Autos, hinter mir, hätten halten können!

Auch haben Reifen, Felge und Mantel überlebt und es ist nix vom Bike abgefallen.


Nochmal Glück gehabt!

Muss ich aber nicht nochmal haben!


Nach der Aktion:

Schnell die Reisverschlüsse kontrolliert ...



1500 km unterwegs in diesem Sommer. 

Seit dem Start in Feldafing am Starnberger See. 



Der Wind frischt auf und der Radweg hinter Hann Münden ist erstaunlich hügelig.

Mein Plan sieht vor, dass ich eine letzte Übernachtung an der Weser mache, bevor ich morgen zuhause sein möchte.


Die Zeit welche mir zur Verfügung steht wird langsam knapp. Also strample ich bis in den Nachmittag hinein.


Bislang bin ich auf dieser Tour meist gegen 7:00 Uhr aufgestanden und gegen 8:00 Uhr losgefahren.

Oft fahre ich bis dann bis 15:00 Uhr (ca 120 km) und suche mir einen Campingplatz auf Google Maps aus.

Meist liegt einer in 10-20km Entfernung.

Dann bin ich zwischen 4 und 5:00 Uhr auf dem Platz und der Abend kann beginnen.


Heute finde ich einen CP ausgeschildert, kurz hinter Beverungen, auf dem Gelände des Paddelclubs.

Müde und leicht genervt von meinem Abenteuer in der Baustelle und der Anstrengung mal wieder bergauf zu fahren (hinter Hann Münden) erreiche ich den Camping Platz.


Es tummeln sich schon zahlreiche andere Camper hier. Zumeist Wohnmobilleute oder Wassersportler.

Leider ist die Rezeption abgeschlossen und keiner kann mir sagen ob, wo, wie, wann, oder warum die wiederkommen?

Auch sind die Duschen für heute schon zu???


Da der Platz unorganisiert ist und der Rasen nicht gemäht!

Habe ich so gar keine Lust mehr hier zu bleiben.


Ungemähter Rasen bedeutet zum einen, das jede Menge Insekten sich im Gras tummeln und die meisten davon beißen, als auch das man jede Menge Dreck mit ins Zelt schleppt. 


Da ich immerhin in aller Ruhe die Sanitation nutzen konnte - ist "kein Druck" mehr da.


Ein Blick ins NAVI - Höxter ist nicht weit und da sind gleich mehrere Camping Plätze eingetragen.


Also zurück aufs Bike und bis Höxter geradelt.


In Höxter ist in diesem Jahr die Bundesgartenschau. Daher hoffe ich noch einen Platz auf dem CP zu finden.

Aber für Fahrradreisende mit Zeit ist eigentlich immer was frei.


Bedingt durch die Gartenschau ist jede Menge Volk unterwegs

dafür ist es aber überall hübsch geschmückt.

Nachteil ist, dass viele der Wege gesperrt sind. Auch in der Innenstadt sind Veranstaltungen. 


Auf dem CP darf ich einchecken und ich finde eine schöne Ecke an der Weser, mit einem gutem Abstand zum Wasser (Mücken versus gute Sicht).


Leider hatte der kleine Laden auf dem CP schon geschlossen.

Daher mache ich mich zu Fuss auf in die innenstadt. Aber wie schon gesagt, es ist viel los und das meiste kostet Eintritt.

Auf dem Weg zurück zum CP decke ich mich an einer Tankstelle mit kalten Getränken ein.


Den letzten Abend meiner Tour verbringe ich vor dem Zelt, auf der Plane, bis mich die Mücken in das Zelt hinein treiben.




Weser.

Blick auf die berühmte Porzellanmanufaktur Fürstenberg.

Hier ist einer der schönsten Abschnitte der Weser und damit auch des Radweges.


Das Rad gleitet geradezu dahin.

Es ist zu schade, dass man diese Augenblicke nicht besser festhalten kann.

Nur die vielen Fotos zeugen von dem Augenblick.


Ich habe immer das Gefühl, dass ich viele Fotos mache.

Später wundere ich mich, dass es doch immer zu wenige sind?


Noch immer bin ich kein Video Typ.

Ich habe schon mehrere Versuche mit Digitalcameras gemacht aber irgentwie benutze ich diese dann doch nie. 

Daher mache ich keine YouTube Videos sondern Reiseberichte.





Weserradweg vor Bodenwerder.




Polle Weserfähre.


Kurze Pause am Wartehäuschen. Das Bike sieht nicht mehr ganz so ordentlich aus, wie bei dem Start vor ca 1500 km.





Polle mit der Weserfähre


Auch einer meiner Lieblingsorte.


Absolut empfehlenswert. 

Besonders für Tagestouren.

Abends kann man bequem anreisen und die malerische Burgruine besichtigen.

Am nächsten Morgen ist es eine perfekte Entfernung von hier bis Bodenwerder zu dem Paddeln.

Dabei fährt man an Km 100 der Weser vorbei (Wesertaufe nicht vergessen).


Heute ist mein letzter Tag auf dem Rad.

Aber noch immer knapp 80 km vor mir.


Das ist zu schaffen und die Batterie ist ja noch voll.


Am Morgen breche ich in der Früh auf.

Zum einen bin ich froh bald daheim zu sein, zum anderen habe ich die Tage auf dem Rad, trotz der Plackerei und schmerzender Glieder, sehr genossen.


Voller Eindrücke möchte ich diese mit meiner Familie teilen.


Unterwegs hat mich mein Bruder telefonisch erreicht. Er hat eines dieser neuen Gravel Bikes und möchte eine Probefahrt machen.

Wir verabreden uns gegen Mittag auf dem Marktplatz in Hameln zu treffen.


Dank moderner Handys (und Googel Maps) kein Problem und das Treffen findet tatsächlich statt. 

Wir treffen mit einem Zeitunterschied von unter 30 Minuten am Treffpunkt ein!


Zu diesem Zeitpunkt hat das Wetter gewechselt und von der Sommerhitze mit Rückenwind ist nix mehr zu spüren.

Ein ordentlicher Sturm bläst mir entgegen.

So bin ich wirklich froh Begleitung auf den letzten Km zu haben.


Die km ziehen sich und mein Hilfsmotor muss sich ordentlich anstrengen.


Endlich in Rinteln angekommen.

Uff geschafft. jetzt nur noch über das Wesergebirge und dann ausrollen lassen.


In Rinteln dann das offizielle Schlussfoto der diesjärigen Sommertour.

Martin fährt ab Todenmann in eine andere Richtung


Insgesamt 77 Stunden im Sattel und 1631 km unterwegs ab München/ Feldafing.









Herbst 2023  - Start in die Zweite Etappe 





Es ist soweit

Tatsächlich hatte ich schon nicht mehr daran geglaubt, dass ich tatsächlich noch Zeit finde in diesem Jahr (2023).


Aber ein Zeit- Fenster von 4 Tagen ermöglicht es mir nochmal loszufahren.

Die Etappe von Minden bis an die Nordsee steht noch aus.


Dann hätte ich es tatsächlich geschafft - vom Bodensee bis zur Nordsee in einem Jahr zu fahren! 




Start in Bückeburg im Herbst 2023

Ich habe zur Sicherheit das Zelt mitgenommen. Daher das viele Gepäck für die kurze Tour.


Leider ist es bereits Nachmittags, bis ich tatsächlich loskomme. Es ist erstaunlich - wieviel dann doch tatsächlich noch immer zu organisieren ist - bevor man tatsächlich abfahren kann.


Diese mal nehme ich vorsichtshalber noch ein zusätzlichen Gepäckstück mit.

UND nach den Erfahrungen vom Sommer möchte ich einmal einen "Nasenlosen" Sattel ausprobieren.

Ständige Schmerzen am Po nach ca 120 km im Sattel haben das Vergnügen etwas getrübt.


Eigentlich wollte ich am ersten Tag bis Verden fahren. Mal sehen wie weit ich tatsächlich komme.





Von meinem Heimatort bis nach Minden ist die Strecke schnell zurückgelegt - auf der Straße.

Die Strecke am Mittellandkanal entlang spare ich mir ob der knappen Zeit.


Hier ein Blick auf die Weser von der Brücke aus.


Minden hat eine überraschend schöne Altstadt. Von dem Parkplatz am Weseranger aus, lässt sich diese schnell und bequem erreichen.

Heute jedoch lasse ich Minden rechts liegen und Starte meine Radtour auf dem Weserradweg !!!


Das Fahrrad sieht ein bisschen vollgepackt aus für 3 - 4 Tage - Ist es auch!

ABER ich habe das Zelt mit und Regensachen und Kochsachen UND und und .

Es soll auch als Test dienen, für die nächste längere Tour. 

Mal sehen ob sich das Equipment bewährt.





Minden von der Brücke aus gesehen.

Gut zu sehen ist der neuen Sattel.


Es ist noch ungewohnt, da man nicht im üblichen Sinne auf das Fahrrad "aufsteigt". 

Im Laufe der Tour werde ich den Sattel noch mehrfach verstellen, bis er einigermaßen passt.






Minden am Parkplatz. 

Endlich auf dem Radweg angekommen kann die Tour starten.





So kann man die Weser natürlich auch bereisen.





Am Wasserstraßen-Kreuz in Minden mache ich den nächsten Halt.


Es ist immer wieder beeindruckend wie der Mittellandkanal über die Weser geführt wird.

Auch die Schachtschleuse (verbindet den Mittellandkanal mit der Weser) ist einen Besuch wert.





Weserradweg kurz hinter Minden.

Ich bin überrascht wie schön der Weserradweg kurz hinter Minden ist.

Direkt am Wasser entlang führt der Weg an Wiesen vorbei.


Ich hatte immer den Weserabschnitt von Hameln bis Rinteln bevorzugt, was nicht gerechtfertigt ist, wie ich jetzt lernen durfte.

Das Wetter ist perfekt und ich versuche die Radtour zu genießen.


Der erste Tag ist immer etwas besonderes auf dem Rad. Aber meist läuft es noch nicht so richtig rund.



Der Radweg führt direkt am Wasser entlang.

Die Straße ist weit weg. Ein echter Genuss-Weg. Es kann gerne so bleiben.


Ich mag das sehr. 

Unterwegs zu sein, nicht zu wissen was kommt, wie weit man kommt und wo man übernachten wird.

Dank Kommot App und Booking App ist das Risiko ja auch eher gering!




Schon bald erreiche ich Hoya.

Leider schlägt das Wetter um und der Himmel zieht sich zu.

Einhergehend wird es auch spürbar kälter.




Regenpause 

Kurz hinter Hoya erwischt mich ein Regenschauer.

Glücklicherweise ist hier eine Schutzhütte gerade zur rechten Zeit. 

Hier kann ich mit meinem mitgebrachtem Kaffee die Pause genießen.

Erstaunlicherweise funktioniert meine Thermoskanne tatsächlich und der Kaffee ist noch fast heiß zu nennen.


Mein Enthusiasmus -das Zelten betreffend- schwindet zusammen mit den Temperaturen.





Stimmungsvolle Regenpause mit Blick auf die Weser.







In dieser Schutzhütte durfte ich verweilen.

Einen wirklich schönen Platz hat die Gemeinde hier geschaffen. Danke dafür.


Bald darauf wird es langsam dunkel. Auch sind die Temperaturen stark gesunken.

Daher suche ich mir ein Hotel in der Nähe aus.

In Drakensburg kurz, hinter Nienburg, werde ich fündig.


Jetzt habe ich "nur" noch Nienburg hinter mich zu bringen und ich kann ins Hotelbett fallen.


In Nienburg werde ich von dem Weser Radweg geführt und habe nicht wirklich etwas von der Stadt gesehen.

Schade, denn mit Nienburg verbinde ich viele schöne Erinnerungen.

In meiner Ausbildungszeit durften wir hier viele Kurse in der Deula erleben.


Bald erreiche ich das schöne Drakensburg.


Im Hotel durfte ich dann erfahren, das ich die App falsch bedient habe, denn die Voreinstellung war auf 2 Personen eingestellt?

Da ich ohne Frühstück gebucht hatte - entsprach meine Buchung aber demselben Preis (1 oder 2 Personen). Glück gehabt!


Nach dem Einchecken und einer ausgiebigen Dusche durfte ich im hoteleigenem Restaurant (jetzt wieder bei Sonne) dinieren.

Schnell bei den Nachbartische geguckt und mich dann für eine Gyrospfanne entschieden. 

Das war schon fast ein Eintopf und echt lecker.


Gerne wieder und eine echte Empfehlung !!!



Am nächsten Tag.

Impressionen

Irgendwo unterwegs an der Weser.


Der nächste Tag startet gut und ich radle bei gemischtem Wetter, immer an der Weser entlang.

Der Weg ist mal so mal so.


Die Weser konnte man, wie es in den Beschreibungen des Radweges zu lesen war, nicht so oft sehen.


Allerdings führt der Weg durch die hübschen traditionellen niedersächsischen Dörfer und Städte.

Bald schon ging der Weg an Verden vorbei.


Ich geniesse den Anblick der Fachwerkhäuser.


Kurz nach Verden ist in einem Dorf ein Schützenfest mit Umzug (Schützenanzug mit Holzgewehr und Blaskapelle vorneweg).

Ist lustig zu sehen, wenn man in einem arabischen Land wohnt. 


Ich beschließe bis nach Bremen durchzufahren um dort eine längere Pause einzulegen.

Bremen besitzt eine sehr schöne Innenstadt und eine Besichtigung ist mehr als lohnenswert.


 Was ich nicht wusste, dass an diesem Wochenende ein Stadtmarathon stattfand.

Dieser kam mit zahlreichen Straßensperren und Menschenmassen einher.


Es ist mit einem schweren Reiserad nicht wirklich ein Vergnügen durch die Stadt zu fahren und dann auch noch den zahlreichen Touristen auszuweichen.


So musste ich schweren Herzens meinen Plan: Bremen zu besichtigen, aufgeben und suchte mir den Weg aus der Stadt heraus.

Leider wollte Kommot mich immer wieder über gesperrte Straßen leiten.


Googel Maps war da hilfreicher und führte mich quer durch einen Park?

Schlussendlich gelang es mir die Rennstrecke zu unterqueren und Bremen auf der richtigen Seite zu verlassen.





Stadtmarathon in Bremen.

Alle Straßen sind gesperrt. 

Wie komme ich jetzt auf die andere Seite ?!





Auf der Weserfähre irgendwo hinter Bremen.





Ich hatte viel von Harrier Sand gelesen und wollte eigentlich auf der Insel übernachten.


Aber das Wetter war mir dann doch zu kalt und ich konnte einfach kein Hotel finden auf der Insel.

Auf der gegenüberliegenden Weserseite war ein Hotelzimmer frei, welches ich dann über die App buchte.


Später, viel später, erreichte ich das Hotel.

Aber wo sollte das Hotel sein?

Alles was unter der angegebenen Adresse zu finden war, sah eher nach Bauernhof und Baustelle aus - aber nicht nach Hotel.


Ich wollte schon weiterfahren als ich ein paar Personen hörte. Diese konnte ich ansprechen und fragen wo das Hotel sein sollte.

Nein, so sagte man mir, das Hotel ist hier aber auf der anderen Seite des Gebäudes.

Man habe das Haus gerade erst gekauft und mit der Renovierung eben erst begonnen.


Mein Zimmer war schon fast eine Ferienwohnung - so groß war es. Vielfach entschuldigte sich die Dame des Hauses, dass das Badezimmer im schönsten 70ger Jahre "Grün" daherkam.


Ich fand es sehr nett - so richtig Retro halt.

Das Restaurant im Dorf hatte nicht mehr offen und so gab es Küche aus der Satteltasche zu Abend. 

In Bremen hatte ich ja nix bekommen und jetzt wollte ich auch nicht mehr raus --- wo ich doch ein Bett bezahlt hatte.


Also Gute Nacht für heute.

Immerhin gab es Kaffee und Suppe aus dem Automaten, bis mir die 1,00 Mark Münzen ausgegangen waren.





Sandstedt  

Weserufer mit Leuchtturm


Am nächsten Morgen machte ich eine Runde durch das Dorf.

Echt nett hier und es erinnert mich (auf positive Weise) an die Holländische Küste.


Aber ich habe heute eine lange Etappe vor mir, denn ich möchte noch bis Neuharlingersiel fahren.

Daher heisst es Abschied nehmen und die Fähre suchen, die hier irgendwo abfahren soll.



Fähre von Sandstedt nach Golzwarden bei Brake.






Auf der Fähre.

Für mich sind Fährfahrten immer etwas besonderes, warum ? Kann ich nicht begründen, aber ich mag es halt.






Viel zu schnell sind wir in Golzwarden angekommen. Hier enpfängt uns eine Industriekulisse.


Immerhin gibt es die oft beschriebene Mauer mit den zahlreichen Graffitis wirklich.

Muss man ja nicht mögen aber es ist besser als die graue Schutzmauer.




Ich hatte ja beschlossen nicht bis Cuxhaven zu fahren, sondern auf der linken Seite der Weser über Wilhelmshaven zur Küste zu fahren.


Hier ist der Radweg noch nett und führt über landwirtschaftliche Wege.


Leider führt der kommende Abschnitt quer von Stadland bis Varel an der Straße entlang. 

Natürlich mit starkem Gegenwind und viel (lautem) Verkehr.

Jetzt heißt es durchhalten. 

Aber ich habe ja meine Batterie dabei :-) Das hilft ja schon mal gegen den Wind. 


Dennoch ist es eher langweilig neben der vielbefahrenen Straße auf dem geraden Radweg zu fahren.


Ich versuche eine alternative Route, parallel des Weges, über landwirtschaftliche Wege zu finden. 

Gebe diesen Versuch aber bald auf, denn Wind und Matsch und Umwege sind ein UND zuviel.







Nachdem ich die "Quesrstraße" hinter mich gebracht habe, hört nicht nur der Wind (gefühlt) auf, sonder die Landschaft an er Küste wandelt sich dramatisch und entspricht meinen romatisierten Vorstellungen.







Der berühmte Schneemann am Eingang zu einem Campingplatz.


Als das Foto entstand rollte ein Jeep Rubicon auf den Platz. 

Vor Begeisterung sprach ich den Fahrer an. Der wusste, glaube ich, nix mit meinen Fragen anzufangen? 

Der Jeep Rubicon kann die vorderen Federwege verlängern (bzw. aushängen) um mit seiner Starrachse im Extremgelände den Bodenkontakt zu erhöhen. 

Was den Jeep (als ziviles Fahrzeug) aus der Masse der OFF ROAD PKW heraushebt.



Nach Besichtigung einer Pump- und Wehranlage (an der Weser) gehts weiter.





Wilhelmshaven lässt kein Klischee aus .

Hier ein Drachen Festival auf einem Campingplatz kurz vor WH.

Voll 90ziger.





Ich besuche die Promenade und wandere ein wenig an dieser entlang.

Wirklich nett hier. 

Tatsächlich hat die Weser (ist tidenabhängig hier) ausnahmsweise mal Wasser.


Da ein Fahrradfahrverbot auf der Promenade ist, gönne ich mir nur eine kurze Pause.

Auf einer Bank geniesse ich einen Kaffee - aus einer der zahlreichen Buden. 

Hier würde ich es auch länger aushaten.






Blick von der Brücke auf das Marinemuseum in Wilhelmshaven.


Der Besuch ist sehr interessant und lohnt sich, wenn man Schiffe mag.






Die berühmte Wilhelmshavener Brücke.




Einer der netten Orte unterwegs.

So stelle ich mir einen Nordseeort vor.

Es hat auch viel Ähnlichkeit mit den kleinen Orten in Holland --- Ich glaube ich plane bald eine Holland Küsten Tour   (Ich meine wirklich die Region Holland nicht die Niederland) :-)


Ach Ja - damit ist der Weserradweg offiziell zuende!   

Von nun an fahre ich an der Nordseeküste entlang.


Immeran der Küste entlang fahre ich nun Richtung Neuharlinger Siel


Ich hatte einem Kollegen versprochen, mich mit Ihm Online zu einer Besprechnug zu treffen.

Unterwegs, in einem der malerischen kleinen Orte, machte ich deshalb eine Pause.

Das Meeting sollte um 11:00 Uhr sein.


ich wollte eigentlich in einem Cafe bei freiem W-Lan die Besprechung abhalten.

ABER die Cafes haben kein W-Lan?


Was tun? Meine Mobilen Daten reichen nicht für ein Teams Call.

Also hoch und runter mit dem Rad in der Stadt gefahren, auf der Suche nach einem "Offenen Netz".

Tatsächlich, am Bürgerbüro ist ein freier Internetzugang.


UND mit Glück reichte das W-LAN Netz tatsächlich bis zum nahe gelegenem Cafe.

Mit Fahrrad, Laptop und Kopfhörern lebe ich das Klischee des "Digitalem Nomaden".




Auf der Suche nach einem freien Internet Zugang.




Nach dem erfolgreichem Meeting geht es immer an der Küste entlang.


Der Radweg führt vor dem Deich, direkt am Wasser entlang.


Die Schafe stören nicht, ihre Hinterlassenschaften schon.

Gut das ich Schutzbleche am Rad habe.

Die Bedeutung des Wortes "Kotflügel" erfahre ich im Wortsinne.


Die einzelnen Deich Abschnitte sind durch Gatter getrennt. Diese müssen dann umrundet werden.

Dazu wird ein Tor geöffnet und der Radreisende muss sich durch die enge Anlage quälen.


Nach ein paar (gefühlten) hunder Mal stellt sich eine Routine ein, dachte ich.




Das müsste eigentlich der Hafen in Harlesiel sein?






Unterwegs am Deich.



Neuharlingersiel.


In Neuharlingersiel verbrachten wir eine unserer ersten Reisen zusammen.

Daher wird dieser Ort immer eng mit unserer Familie verbunden bleiben.


Hier der Blick an der Promenade entlang auf den Tide Hafen.








Neuharlingersiel. 

Hier kann ich stundenlang sitzen und auf das Wasser gucken.


Ok - es war zu kalt - aber ich mag die Idee.

Also theoretisch.

Gut - es ist langweilig - wenn nix passiert.






Immer noch Neuharlingersiel diesmal von der anderen Seite.


Da kein Hotel auf Booking frei war (in NHS) musste ich zurück nach Altharlingersiel.

Dort konnte ich in einer kleinen Pension, von einem Vietnamesem geführt, übernachten.

Das Rad kam sicher in einer Garage unter.


Bislang durfte ich das Rad immer in den Hausflur stellen, bei den Hotels zuvor auf diesem Teil der Reise.


Leider war der Weg zur Nordee zu weit, um des Abends zu Fuß zur Nordsee zu pilgern.


Ausserdem musste ich ja meine Wunde versorgen!

Was ist passiert?


Den gesamten Tag begleiteten die Gatter meinen Weg.

Mehr oder weniger elegant meisterte ich diese.


An dem letzten Gatter vor Neuharlingersiel kam mit ein Paar entgegen.

Daher wollte ich mit etwas mehr Schwung als zuvor das Gatter umrunden.


Hat ja auch fast geklappt.

Aber eben nur fast.


Ich war ja eigentlich schon durch, da blieb ich doch tatsächlich mit einem Gurt der hinteren Satteltasche am Gatter hängen. Abrupt wurde das Rad abgebremst. UND

In Z E I T L U P E kippte ich mitsamt dem Rad um.


Sehr peinliche Aktion das ganze.

Das Paar wusste nicht ob sie lachen oder die Hilfe anbieten sollten.

Endlich fragten Sie nach: "ist was passiert?"


Ich darauf: "Das hat doch jetzt keiner gesehen, oder?"


Nur schnell weg vom Ort der Schande.


Ein paar Minuten später war das Bein feucht?


Das Blut - also mein Blut- spritze rhytmisch aus dem Bein.


Panik Attacke!  


Rhytmisch meint: eine Aterie ist getroffen - also die unter Druck stehende Ader.

(Im Körper des Menschen gibt es zwei Arten von Blutgefäßen: Arterien und Venen. Arterien transportieren das Blut vom Herzen weg. Venen transportieren das Blut zum Herzen zurück).


Google weiss keinen Rat!

Das nächste Krankenhaus ist ca 20 km und die nächste Apotheke ist 15 km entfernt.


Bis dahin bin ich verblutet!!!


Hilft nix, daher mache ich mir einen Druckverband aus einem Paket Taschentüchern und TAPE.

Tatsächlich die Blutung hört bald darauf auf.


Damit beruhige auch ich mich. Aber ich blicke einer schmerzvollen Nacht entgegen... Pock - Pock - Pock


Was war eigentich geschehen?

Bei dem Umfallen, ist meine Pedale, eine sogenannte Bärenkralle, kräftig gegen das Schienbein geknallt und hat dieses aufgerissen.


Am Hotel angekommen, guckte der vorher erwähnte Vietnamese nur routiniert auf das Bein und brachte mir ein (großes) Pflaster.

Danke nochmal an die gute Versorgung. 


Tatsächlich hat mein Taschentuchverband die Blutung gestillt und das Pflaster half über die Nacht.






Der nächste Tag.

Ein Nordsee Sturm ist aufgekommen.

Trotz Batterie Unterstützung komme ich nur im Schneckentempo gegen den Sturm gegenan.


Was tun?

Bin ich Smart und ändere kurzerhand meinen Plan?

Mit dem Rückenwind bin ich in in Null Komma Nix zurück!

Aber dann muss ich das Stück runter bis Wilhelmshaven zum Bahnhof.


Ab Norden fährt die Bahn regelmäßig direkt bis Wunstorf?






Unentschlossen kämpfe ich weiter gegen den Wind.

Die Battrieladung schwindet und ich bin noch nicht wirklich vorangekommen?


Inzwischen fahre ich auf "Sport"! (Also gemeint ist die Höhe der Unterstützung des E Bike Motors)

Zum Vergleich: mit dieser Einstellung fahre ich normalerweise steile Berge hoch.






Pause vom Wind

Kein Wasser da, Gegenwind, das Bein pochert, und es fängt an zu regnen.

Nicht der beste Tag heute.


ABER ich habe die Hälfte bis Norden zurückgelegt, daher fahre ich jetzt mal weiter.

Zurück geht es ja in ein paar Minuten bei dem Wind.






Nessmersiel.

Nur ein kurzer Stopp dann zurück auf Rad.


Heute ist mein letzter Tag und ich muss die Eisenbahn rechtzeitig erreichen.


Auf dem Weg quer durch Norden nehme ich mir nur wenig Zeit.

Ein kurzer Stopp an der Tankstelle, um einen Kaffe zu kaufen (für die Thermoskanne) dann zum Bahnhof.





Warten auf den Zug.

Wo ist das Bahnabteil für Fahrräder?

Die Anzeigetafel gibt Auskunft!


Als der Zug eintrifft, ist das Fahrradabteil natürlich ganz woanders.







Geschafft!

Das Fahrrad ist im Zug.

Ich sitze. Im Warmen.


Boah, das war ja mal was.


Zum Schluss wurde es zeitlich knapp meinen Zug zu erreichen. 

Dank der Bahn App kannte ich den Fahrplan.

Der nächste Zug würde erst viel später fahren.


Natürlich musste ich dann auf dem kalten Bahnhof relativ lange warten - da Verspätung...



Noch Erzählenswert war der Ticketerwerb.

Eigantlich hatte ich für diesen Monat ein 49 Euro Ticket (Deutschlandticket)

Nur hatte ich keinerlei Bestätigung für das Ticket???


Und für das Rad benötigt man eine eigene Fahrradkarte.


Am Fahrkarten-Automaten kostet die Fahrkarte dann zusammen mit der Fahrradkarte um die 20 Euro, daher sch... drauf.

Hauptsache ich kann endlich im Warmen sitzen.


Stunden später bin ich Zuhause angekommen.


Den Plan, ab Wunstorf mit dem Rad zu fahren, habe ich sehr schell aufgegeben.


Wetter und so.

Aber ich habe es tatsächich geschafft.


Vom Starnberger See bis zum Bodensee.

Dem Rhein entlang bis Koblenz

Quer durch Hessen an Lahn und Fulda entlang

und den gesamten Weserradweg von Hann Münden bis Schillig,


in einem Jahr zu fahren.



Es grüßt Euch

Oliver


Wo auch immer ihr gerade seid.


















































































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